Vortrag digital „Land – die fundamentale wirtschaftliche Ressource. Nachhaltige agrarische Nutzung in der ländlichen Gesellschaft der südlichen Bodenseeregion im Übergang vom Spätmittelalter in die Frühe Neuzeit“
(Stefan Sonderegger, Heiden)
Die aktuelle Diskussion zum Thema ,Nachhaltigkeit‘ ist eine Konsequenz aus dem gestiegenen Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen Umweltproblemen seit den 1950er Jahren“, schrieb Reinhold Reith 2016 in einem Aufsatz zum Thema „Nachhaltigkeit und Ressourcenstrategien in der Frühen Neuzeit“. Gegenwartsprobleme geben der gesellschaftlichen Diskussion zweifelsohne Impulse und werden von der Wissenschaft oft aufgegriffen – auch von der Geschichtsforschung.
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie ländliche Gesellschaften, teils zusammen Grund- und Landesherren, das zur Verfügung stehende Agrarland nutzten, ohne es auszubeuten. Im Zentrum des Interesses stehen Dorfgemeinschaften und Alpgenossenschaften der Region Ostschweiz-Vorarlberg-Liechtenstein-Süddeutschland im Spätmittelalter. Der Zugang, die Verteilung und die Verteidigung von wirtschaftlichen Ressourcen wie Pflanzboden, Tal- und Bergweiden sowie Wald/Holz waren die zentralen Themen Ende des 15. und während des 16. Jahrhunderts. Es ist festzustellen, dass im 16. Jahrhundert Konflikte zunahmen und Dorfgemeinschaften sowie Alpgenossenschaften sich in Bezug auf die Nutzung kollektiver Ressourcen gegen aussen abschlossen. Gründe dafür waren unter anderen das Bevölkerungswachstum und der städtische Landhunger.

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